Für Menschen mit feuchter altersbedingter Makuladegeneration (AMD) könnte sich die Behandlung künftig deutlich vereinfachen. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung von Susvimo® (Ranibizumab) empfohlen.
Das Besondere: Der Wirkstoff wird nicht wie bisher regelmäßig in den Glaskörper des Auges gespritzt. Stattdessen wird ein kleines, chirurgisch eingesetztes Implantat verwendet, das Ranibizumab kontinuierlich freisetzt. Es muss in der Regel nur alle sechs Monate nachgefüllt werden.
Grundlage der Empfehlung ist eine Phase-III-Studie mit 415 Patienten. Sie zeigte, dass das Implantat die Sehschärfe ebenso gut erhalten konnte wie monatliche Ranibizumab-Injektionen. Gleichzeitig könnte die neue Therapie die Zahl der Arztbesuche und Augeninjektionen deutlich verringern.
Die endgültige Zulassungsentscheidung trifft nun die Europäische Kommission.
Über das Port-Delivery-System hat Retina plus bereits Anfang 2025 im Podcast „Retina View“ berichtet. In der Folge „Zukunft der AMD-Therapie: Innovationen mit dem Port-Delivery-System“ erläutert PD Dr. med. Raffael G. Liegl die Funktionsweise des Implantats, den Ablauf der Implantation sowie den Stand der klinischen Forschung. Die Podcast-Folge ist auf den gängigen Podcast-Plattformen verfügbar. (podcast.de)
Quellen:
- Medscape Deutschland: „EMA: 12 neue Zulassungsempfehlungen – u. a. bei feuchter altersbedingter Makuladegeneration“, 24. Juli 2026.
- Europäische Arzneimittelagentur (EMA), Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP), Juli 2026 (Zulassungsempfehlung).
